Cover: Die drei Ziegenböcke Bruse

Norwegen

Die drei Ziegenböcke Bruse

Ein Bembi-Märchen für Kinder und Familien.

Land
Norwegen
Alter
3–7 Jahre
Dauer
5 Min.
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Die drei Ziegenböcke Bruse

In einem grünen norwegischen Tal lebten drei Ziegenböcke. Alle drei trugen denselben Familiennamen: Bruse.

Der kleinste Bruse war leicht und flink.

Der mittlere war kräftiger und mutiger.

Der älteste war groß, stark und ruhig.

An einem Frühlingsmorgen blickten sie zu dem Hügel auf der anderen Seite des Baches.

Dort wuchs das Gras frisch, dicht und besonders grün.

„Lasst uns dort hinübergehen“, sagte der kleinste.

„Gute Idee“, sagte der mittlere.

„Dann los“, nickte der älteste.

Es gab nur ein Problem.

Zum Hügel führte eine alte Holzbrücke.

Und unter dieser Brücke wohnte ein Troll.

Der Troll war furchtbar mürrisch.

Er hielt die Brücke für sein Eigentum und mochte es überhaupt nicht, wenn jemand darüberging.

Als Erster machte sich der kleinste Ziegenbock Bruse auf den Weg.

Klipp-klapp, klipp-klapp machten seine kleinen Hufe auf den Brettern.

Sofort donnerte es von unten:

„WER GEHT ÜBER MEINE BRÜCKE?“

Der kleinste Bruse erschrak ein wenig, antwortete aber höflich:

„Ich bin es, der kleinste Ziegenbock Bruse. Ich möchte auf den Hügel, um grünes Gras zu fressen.“

Der Troll schob den Kopf unter der Brücke hervor.

„Ich lasse dich nicht vorbei!“

Der kleine Ziegenbock dachte schnell nach.

„Ich bin doch ganz klein. Hinter mir kommt mein Bruder. Er ist viel größer. Vielleicht möchtest du lieber mit ihm sprechen?“

Der Troll überlegte.

„Na gut. Geh.“

Der kleinste Bruse lief über die Brücke und versteckte sich im Gras auf der anderen Seite.

Bald kam der mittlere Ziegenbock.

KLIPP-KLAPP! KLIPP-KLAPP!

Seine Hufe klangen schon deutlich kräftiger.

Der Troll brüllte wieder:

„WER GEHT ÜBER MEINE BRÜCKE?“

„Ich bin es, der mittlere Bruse. Ich gehe zum grünen Gras.“

„Ich lasse dich nicht vorbei!“

Der mittlere Bruse blieb ruhig.

„Hinter mir kommt unser ältester Bruder. Er ist der größte von uns. Wenn du unbedingt jemanden aufhalten möchtest, warte auf ihn.“

Der Troll kratzte sich an seiner langen Nase.

„Na gut. Geh.“

Auch der mittlere Bruse gelangte auf die andere Seite.

Dann kam der älteste Ziegenbock.

Er setzte den ersten Huf auf die Brücke.

BUMM!

Den zweiten.

BUMM!

Beim dritten Schritt knarrten die Bretter.

Der Troll sprang hervor.

„WER STAMPFT DA ÜBER MEINE BRÜCKE?“

Der älteste Bruse blieb stehen.

„Ich bin es, der älteste Bruse. Ich gehe zu meinen Brüdern.“

„Niemand benutzt diese Brücke ohne meine Erlaubnis!“, rief der Troll und stellte sich mitten auf den Weg.

Der große Ziegenbock sah ihn ruhig an.

„Die Brücke steht über einem Bach und nicht in deiner Tasche. Wer auf die andere Seite muss, sollte sie benutzen dürfen.“

„Nein!“

„Dann geh bitte zur Seite.“

„Mache ich nicht!“

Der Troll beugte sich vor und versuchte, den Ziegenbock zu erschrecken.

Bruse senkte ebenfalls den Kopf.

Er wollte nicht kämpfen.

Aber umkehren wollte er auch nicht.

Der Troll machte noch einen Schritt.

Da stemmte Bruse seine Hufe fest auf die Bretter und schob ihn mit den Hörnern leicht, aber entschlossen zur Seite.

„Huiii!“

Der Troll verlor das Gleichgewicht.

Platsch!

Er landete im flachen Bach.

Das Wasser war kalt, aber ungefährlich.

Der Troll kletterte ans Ufer, tropfnass und empört.

„Ich werde... ich... also...“

Dann sah er die drei Ziegenböcke gemeinsam auf der Brücke stehen.

Er überlegte es sich anders.

„Na gut! Benutzt eure Brücke!“, brummte er.

Dann stapfte er in den Wald und suchte sich eine Höhle, weit weg von allen Wegen.

Die drei Ziegenböcke gingen auf den Hügel.

Dort gab es so viel frisches Gras, dass sie fraßen und fraßen und es trotzdem nicht weniger zu werden schien.

Der kleinste sprang zwischen Blumen umher.

Der mittlere wälzte sich auf dem warmen Hang.

Der älteste blickte hinunter zur Brücke und freute sich, dass von nun an jeder den Weg benutzen konnte.

Man erzählt, auch der Troll habe etwas gelernt.

Er lebte später in einer gemütlichen Höhle, störte keine Reisenden mehr und hielt keine Brücken für sein persönliches Eigentum.

Wenn jemand am Wald vorbeikam, hörte man manchmal nur ein mürrisches:

„Na schön, geht eben weiter...“

Und die Brücke antwortete fröhlich:

Klipp-klapp! Bumm-bumm! Klipp-klapp!

Möge dieses Märchen ein wenig Licht im Herzen hinterlassen ✨