Cover: Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer

Frankreich

Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer

Meer, wissenschaftliche Abenteuer, Unterwasserwelt, Freiheit

Land
Frankreich
Alter
9–14 Jahre
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Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer

In verschiedenen Meeren begegneten Schiffe plötzlich einem seltsamen Wesen, das sich schneller als Wale bewegte und nachts leuchtete. Die Zeitungen stritten darüber: War es ein unbekanntes Tier oder etwas anderes?

Der französische Professor Pierre Aronnax, ein Kenner der Meereswelt, wurde eingeladen, an einer Expedition teilzunehmen. Sein treuer Gehilfe Conseil begleitete ihn.

Auf dem Schiff lernten sie den kanadischen Harpunier Ned Land kennen. Ned glaubte nicht recht an einen sagenhaften Meeresriesen, kannte aber den Ozean ausgezeichnet.

Nach langer Suche entdeckte die Expedition endlich das rätselhafte Objekt. Im Durcheinander gerieten Aronnax, Conseil und Ned ins Wasser und gelangten zu einer glatten Metalloberfläche.

Es war kein Meerestier. Vor ihnen lag ein Unterseeboot.

So kamen sie auf die Nautilus und trafen ihren Kapitän Nemo. Er war ein glänzender Ingenieur, ein Wissenschaftler und ein Mann mit einer geheimnisvollen Vergangenheit.

Nemo zeigte dem Professor die Bibliothek, seine Sammlungen von Meereswundern und den Maschinenraum. Die Nautilus bezog alles, was sie brauchte, aus dem Meer und konnte lange unterwegs bleiben, ohne einen Hafen anzulaufen.

Aronnax war begeistert. Für den Wissenschaftler war dies ein fahrendes Museum des Ozeans. Ned Land sah alles anders: So wunderbar das Schiff auch war, er wollte selbst entscheiden, wohin er fuhr.

Die Reise eröffnete ihnen eine Unterwasserwelt nach der anderen. In besonderen Anzügen gingen die Reisenden durch einen Meereswald, sahen Korallenfelder, Fischschwärme und Tiefen, in die kaum Sonnenlicht drang.

Bei der Insel Ceylon half Nemo einem einheimischen Perlentaucher, der in Gefahr geraten war. Der Professor erkannte, dass der strenge Kapitän zu Großzügigkeit und Mitgefühl fähig war.

Ein anderes Mal bahnte die Nautilus sich weit im Süden einen Weg durch das Eis. Nemo wollte Orte erreichen, zu denen die bekannten Expeditionen noch nicht vorgedrungen waren.

Doch der Ozean zeigte nicht nur seine Schönheit. Das Unterseeboot geriet in Eisfallen, musste starken Strömungen standhalten und begegnete riesigen Meereswesen. In solchen Augenblicken arbeitete die ganze Mannschaft zusammen.

Je länger die Reise dauerte, desto deutlicher wurde Aronnax, dass Nemo mehr als ein Forscher war. Wegen alter Verluste und Kränkungen war er vor der Welt der Menschen geflohen und wollte nicht zum Leben an Land zurückkehren.

Der Professor fühlte mit ihm. Doch immer schwerer konnte er sich damit abfinden, dass der Kapitän allein über das Schicksal aller an Bord entschied. Ned Land bestand darauf: Sie mussten die erste Gelegenheit nutzen, ihre Freiheit zurückzugewinnen.

Als die Nautilus sich der norwegischen Küste näherte, machten die drei Freunde ein kleines Boot bereit. Genau in diesem Augenblick begann das Meer um sie herum in einem gewaltigen Strudel zu kreisen.

Dann ging alles durcheinander: dröhnendes Wasser, Dunkelheit, rasende Bewegung. Als Aronnax wieder zu sich kam, lag er bereits am Ufer, neben Conseil und Ned Land. Sie waren gerettet.

Was aus Kapitän Nemo und der Nautilus geworden war, wussten sie damals nicht.

Aronnax kehrte mit unzähligen wissenschaftlichen Beobachtungen in die Welt zurück. Doch am stärksten blieb ihm etwas anderes im Gedächtnis: Selbst das wunderbarste Wissen und die genialsten Maschinen können einem Menschen das Recht nicht ersetzen, seinen eigenen Weg zu wählen.

Auf dieser Reise war der Ozean keine Grenze, sondern eine ganze Welt: schön, gefährlich und noch längst nicht vollständig erforscht.