

Frankreich
Reise zum Mittelpunkt der Erde
wissenschaftliche Abenteuer, Reise, Geologie, Mut
- Land
- Frankreich
- Alter
- 9–14 Jahre

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Reise zum Mittelpunkt der Erde
Professor Otto Lidenbrock erforschte unermüdlich alte Bücher, Mineralien und die Rätsel der Natur.
Eines Tages fand er in einem alten isländischen Buch ein Stück Pergament mit einer geheimnisvollen verschlüsselten Nachricht.
Gemeinsam mit seinem Neffen Axel entzifferte der Professor die Botschaft des Reisenden Arne Saknussemm. Darin wurden der isländische Vulkan Snæfellsjökull und ein ungewöhnlicher Weg in die Tiefen der Erde erwähnt.
Lidenbrock beschloss, die alte Aufzeichnung zu überprüfen. Axel hatte Angst, doch schließlich siegte seine Neugier. Sie brachen nach Island auf.
Dort schloss sich ihnen Hans an, ein ruhiger und ausdauernder Führer. Er kannte die Berge und das Wetter gut und fand ohne viele Worte praktische Lösungen.
Am richtigen Tag wies ein von der Sonne geworfener Schatten auf einen der Krater des Snæfellsjökull. Die drei Reisenden begannen, durch alte Lavagänge hinabzusteigen.
Das Tageslicht blieb hoch über ihnen zurück. Ringsum erstreckten sich steinerne Gänge, deren Gesteinsschichten an die Seiten eines riesigen Buches über die Vergangenheit der Erde erinnerten.
Bald wurde das Wasser knapp. Hans lauschte an der Tunnelwand und hörte das Rauschen eines unterirdischen Stroms. Die Reisenden gelangten zum Wasser und nannten es Hansbach.
Einmal kam Axel vom Weg ab. Es wurde völlig dunkel, und die Stimmen seiner Gefährten verstummten. Lange ging er aufs Geratewohl weiter, bis er sie dank der seltsamen Akustik der unterirdischen Gänge wieder hörte.
Schließlich fanden sie einander wieder. Der Professor, der oft streng und ungeduldig wirkte, war diesmal einfach froh, seinen Neffen bei sich zu haben.
Der Weg führte sie in eine gewaltige Höhle, in der sich ein richtiges unterirdisches Meer ausbreitete. Über dem Wasser hingen Wolken, und ferne elektrische Blitze erhellten das Ufer.
Im Sand lagen Fossilien und Spuren uralten Lebens. Lidenbrock war begeistert. Jeder Stein schien ihm ein Beweis dafür, dass die Erde eine Geschichte bewahrt, die viel älter ist als die der Menschen.
Hans baute ein Floß, und die Reisenden fuhren über das Meer. Unter Wasser sahen sie riesige urzeitliche Wesen. Die drei beobachteten sie aus der Ferne, ohne in ihre Welt einzugreifen.
Ein heftiger Sturm brach los. Die Wellen schleuderten das Floß hin und her, der Kompass verhielt sich seltsam, und der Donner hallte, als sei die ganze Höhle eine riesige Trommel geworden.
Als der Sturm sich legte, waren sie an einem anderen Ufer. Dort fanden sie Spuren von Saknussemm und begriffen, dass der alte Reisende diesen Weg tatsächlich genommen hatte.
Weiter vorn versperrte ein steinernes Hindernis den Weg. Nach langen Versuchen öffneten die Reisenden einen Durchgang. Doch die Strömung erfasste ihr Floß und trug es durch einen verwinkelten Vulkanschlot nach oben.
Ringsum wurde es immer heißer. Die Steine dröhnten, das Wasser kochte, und die Strömung trug sie schneller und schneller fort. Sie hielten zusammen und vertrauten auf Hans' unerschütterliche Ruhe.
Plötzlich leuchtete statt der Dunkelheit Sonnenlicht auf. Die Reisenden befanden sich unter freiem Himmel, beim Vulkan Stromboli im Mittelmeer.
Sie waren im fernen Island unter die Erde gestiegen und mehr als zweitausend Meilen vom Snæfellsjökull entfernt wieder herausgekommen.
Nach ihrer Heimkehr wurde Lidenbrock berühmt. Hans reiste in aller Ruhe zurück nach Island, und Axel dachte noch lange an das unterirdische Meer.
Seine wichtigste Entdeckung war ganz einfach: Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Er bedeutet, weiterzugehen, Fragen zu stellen und das Vertrauen in diejenigen nicht zu verlieren, die an deiner Seite gehen.
