

Philippinen
Warum Heuschrecken den Feldern schaden
Ein Bembi-Märchen für Kinder und Familien.
- Land
- Philippinen
- Alter
- 5–9 Jahre
- Dauer
- 3 Min.

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Warum Heuschrecken den Feldern schaden
Als die Welt noch jung war, schien der Himmel der Erde näher zu sein.
Die Menschen glaubten, dass jedes Ding in der Natur seine eigene Geschichte hatte.
Unter den Himmelsgeistern lebte damals ein sehr stolzer Geist namens Satanas.
Er wollte immer der Wichtigste sein.
Er hörte nur ungern auf andere und stritt oft sogar dann, wenn es eigentlich gar nichts zu streiten gab.
Eines Tages wurde er so wütend, dass er rief:
„Ich bestimme selbst, wie alles zu sein hat!“
Er griff eine Handvoll trockenen Sandes und warf sie in die Luft.
Die Körner wirbelten im Licht.
Eigentlich hätten sie einfach wieder zu Boden fallen sollen.
Da sagte der Schöpfer ruhig:
„Zorn, den man in die Welt wirft, verschwindet selten spurlos. Jedes dieser Sandkörner soll daran erinnern, wie schnell eine unüberlegte Handlung anderen Schwierigkeiten bereiten kann.“
Da geschah etwas Seltsames.
Ein Sandkorn zitterte.
Dann bekam es winzige Flügel.
Ein zweites folgte.
Dann ein drittes.
Zehn.
Hundert.
Tausend.
Kurz darauf war aus der Sandwolke ein riesiger Schwarm kleiner Insekten geworden.
„Was ist das?“, fragten die Himmelsgeister.
Die Insekten flogen in alle Richtungen.
Sie kamen hinunter zur Erde.
Dort standen junge Felder voller Reis, Gras und anderer Pflanzen.
Die neuen Tiere waren sehr hungrig.
Sie landeten auf Blättern.
Fraßen.
Flatterten weiter.
Fraßen wieder.
Die Menschen sahen zum ersten Mal eine so dichte Wolke über den Feldern.
„Seht nur! Die Luft selbst scheint sich zu bewegen!“
„Wir müssen unsere Pflanzen schützen!“
Die Dorfbewohner gingen gemeinsam hinaus.
Sie machten Lärm.
Schwenkten Zweige.
Schützten junge Pflanzen.
Und halfen auch auf den Feldern der Nachbarn.
Wo viele zusammenarbeiteten, gelang es zumindest, einen Teil der Ernte zu retten.
Als der Schwarm endlich weiterzog, blickten die Menschen lange hinterher.
Auch Satanas sah, wie viel Mühe eine einzige wütende Handvoll Sand verursacht hatte.
Zum ersten Mal dachte er darüber nach, dass eine kleine unbedachte Handlung sehr schnell wachsen kann.
Seitdem, so erzählten alte Leute, erscheinen Heuschrecken manchmal in großen Schwärmen über Feldern und fressen grüne Pflanzen.
Die Geschichte erinnert daran:
Bevor man seinen Ärger in die Welt wirft, sollte man überlegen, was daraus werden könnte.
Ein einzelnes Sandkorn scheint winzig.
Aber tausend davon können den Himmel verdunkeln.
Möge dieses Märchen ein wenig Licht im Herzen hinterlassen ✨
