Cover: Wie Jack sein Glück suchte

Vereinigtes Königreich

Wie Jack sein Glück suchte

Ein Bembi-Märchen für Kinder und Familien.

Land
Vereinigtes Königreich
Alter
4–8 Jahre
Dauer
5 Min.
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Wie Jack sein Glück suchte

Eines Morgens wachte ein Junge namens Jack früher auf als sonst, wickelte ein Stück Brot in ein Tuch und sagte:

„Ich ziehe in die Welt hinaus. Vielleicht finde ich mein Glück.“

Er folgte einer Straße zwischen grünen Hügeln.

Noch bevor er eine Meile gegangen war, kam ihm eine gestreifte Katze entgegen.

„Wohin gehst du, Jack?“, fragte die Katze.

„Ich suche mein Glück.“

„Darf ich mitkommen?“

Jack lächelte.

„Warum nicht? Zu zweit macht es mehr Spaß.“

Also gingen sie weiter:

Tapp-tapp, schnurr-schnurr.

Bald kam ein Hund dazu.

„Wohin wollt ihr?“

„Unser Glück suchen!“

„Nehmt ihr mich mit?“

„Natürlich. Gemeinsam ist es lustiger.“

Nun zogen sie weiter:

Tapp-tapp, schnurr-schnurr, wau-wau.

Hinter dem nächsten Hügel trafen sie eine Ziege.

Später einen großen, gutmütigen Ochsen.

Und noch ein Stück weiter einen Hahn mit einer besonders lauten Stimme.

Jeder stellte dieselbe Frage.

Und Jack antwortete jedem:

„Komm mit. Glück mag vielleicht große Gesellschaft.“

Am Abend waren alle müde.

Die Sonne war verschwunden, der Himmel violett geworden.

Zwischen den Bäumen leuchtete in der Ferne ein Licht.

„Da steht ein Haus“, sagte Jack. „Vielleicht dürfen wir dort übernachten.“

Leise ging er zum Fenster und sah hinein.

An einem Tisch saßen mehrere fremde Männer.

Vor ihnen lagen kleine Säcke mit Münzen.

Sie sprachen leise miteinander und schauten sich ständig um.

Jack kam zu seinen Freunden zurück.

„Hier stimmt etwas nicht. Ich glaube nicht, dass diese Leute in diesem Haus wohnen. Wir könnten sie erschrecken, ohne jemandem weh zu tun.“

„Ich kann sehr überzeugend miauen“, sagte die Katze.

„Und ich bellen“, sagte der Hund.

„Määäh!“, sagte die Ziege.

„Muuuh!“, brummte der Ochse.

„Kikerikiii!“, rief der Hahn stolz.

„Dann auf drei“, flüsterte Jack. „Eins... zwei... drei!“

Und nun begann ein Konzert, wie es der Wald noch nie gehört hatte.

Die Katze miaute.

Der Hund bellte.

Die Ziege meckerte.

Der Ochse brüllte.

Der Hahn krähte.

Jack schlug außerdem mit seinem Stock gegen die Tür.

Die Fremden im Haus sprangen erschrocken auf.

„Was ist das für ein Ungeheuer?“

„Da draußen steht eine ganze Armee!“

„Lauft!“

Sie stürmten durch die Hintertür hinaus und verschwanden in der Dunkelheit.

Jack und seine Freunde gingen vorsichtig hinein.

Auf dem Tisch lagen fremde Geldbeutel, silberne Löffel und Dinge, an denen kleine Namensschilder hingen.

„Das gehört ganz bestimmt nicht ihnen“, sagte Jack. „Morgen suchen wir die Besitzer.“

Für diese Nacht blieben sie im Haus.

Die Katze rollte sich auf einem Sessel zusammen.

Der Hund schlief unter dem Tisch.

Die Ziege auf der Treppe.

Der Ochse bei der Vorratskammer.

Der Hahn auf dem Dach.

Und Jack legte sich beim Ofen hin.

Mitten in der Nacht kam einer der Fremden zurück.

Er wollte herausfinden, ob tatsächlich ein Ungeheuer im Haus wohnte.

Ganz langsam öffnete er die Tür.

Im Dunkeln leuchteten die Augen der Katze.

„Miauuu!“

Der Mann sprang zurück und stolperte über den Hund.

„Wau!“

Er rannte zur Treppe.

Dort stand die Ziege.

„Määäh!“

Er bog zur Vorratskammer ab.

Von dort donnerte:

„MUUUUH!“

Und vom Dach erklang über den ganzen Hof:

„KIKERIKIIII!“

Der Mann rannte schneller davon als der Wind.

Er kam nie wieder.

Am Morgen fragten Jack und seine Freunde im nächsten Dorf herum.

Es stellte sich heraus, dass die Sachen aus dem Haus vielen Bewohnern gehörten.

Alles wurde zurückgegeben.

Das Gebäude selbst war eine verlassene Försterhütte.

Die Dorfbewohner bedankten sich bei den Reisenden und halfen ihnen, das Haus wieder herzurichten.

Jemand brachte Bretter.

Jemand Decken.

Jemand einen Eimer Farbe.

Der Bäcker schenkte ihnen sogar einen ganzen Korb Brötchen.

Jack sah seine Freunde an und lachte.

„Ich bin ausgezogen, um mein Glück zu suchen. Ich dachte, irgendwo müsste eine Truhe voll Gold auf mich warten.“

Die Katze rieb sich an seinem Bein.

Der Hund wedelte mit dem Schwanz.

Die Ziege meckerte fröhlich.

Der Ochse schnaubte zufrieden.

Der Hahn reckte stolz die Brust.

Und Jack verstand plötzlich:

Sein Glück war die ganze Zeit neben ihm hergelaufen.

Es hatte Pfoten, Hufe und Flügel.

Es sprach mit vielen verschiedenen Stimmen.

Und alle hatten eines gemeinsam:

Freunde halfen einander.

So blieben Jack und seine Gefährten in der Försterhütte wohnen.

Wenn später jemand fragte, ob er sein Glück gefunden habe, antwortete Jack:

„Ja. Und wisst ihr was? Gemeinsam ist es wirklich viel schöner.“

Möge dieses Märchen ein wenig Licht im Herzen hinterlassen ✨